Die häufigste Frage, die wir bekommen, ist nicht "Wo soll ich ein Konto eröffnen?" Sie ist: "Muss ich das melden?"
Die Antwort ist klar: Ja. Und das war schon immer so — lange vor CRS, lange vor dem EU-Kontenregister.
Dieser Beitrag ist kein Steuerrat. Wir sind kein Steuerberater und geben keine steuerrechtliche Auskunft. Was wir tun können, ist die faktische Lage sachlich darstellen — damit du weißt, welche Fragen du deinem Steuerberater stellen musst.
Wer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz unbeschränkt steuerpflichtig ist — also dort seinen steuerlichen Wohnsitz hat — muss sein weltweites Einkommen und in der Regel auch sein weltweites Vermögen deklarieren. Das gilt unabhängig davon, wo das Konto geführt wird.
Ein Konto in Georgien, Singapur oder Vanuatu ändert nichts an der Steuerpflicht im Heimatland. Es verändert nur den Ort der Verwahrung.
Die Anforderungen variieren je nach Land. Grundsätzlich gilt:
In Deutschland: Kapitalerträge aus ausländischen Konten sind in der Anlage KAP der Einkommensteuererklärung anzugeben. Die Bank im Ausland führt keine Abgeltungssteuer ab — das muss der Kontoinhaber selbst erledigen.
In Österreich: Ähnliche Regelung. Ausländische Kapitalerträge müssen in der Steuererklärung angegeben werden.
In der Schweiz: Das Auslandskonto ist im Wertschriften- und Guthabenverzeichnis zu deklarieren.
Konkreter Hinweis: Sprich mit deinem Steuerberater über die genauen Anforderungen für deinen Fall. Die Regeln sind komplex, haben Ausnahmen und ändern sich.
CRS ändert nicht, was du melden musst. Es ändert, was die Bank meldet.
Vor CRS: Die Bank im Ausland meldete nichts. Du musstest selbst aktiv werden.
Nach CRS: Die Bank meldet automatisch an dein Heimatland. Ob du angegeben hast oder nicht — dein Finanzamt erfährt es.
Das bedeutet: Wer sein Auslandskonto korrekt deklariert hat, hat durch CRS keinen Nachteil. Wer es nicht deklariert hat, hat ein ernstes Problem.
In Nicht-CRS-Ländern — Vanuatu, Nordmazedonien, bestimmten anderen Jurisdiktionen — findet kein automatischer Datenaustausch statt. Das bedeutet: Die Bank meldet nichts an dein Heimatland.
Das ändert jedoch nichts an deiner Meldepflicht. Du bist trotzdem verpflichtet, das Konto anzugeben. Nicht-CRS bedeutet keine steuerfreie Zone — es bedeutet nur, dass der automatische Informationsfluss nicht stattfindet.
Nicht um Steuern zu hinterziehen. Die überwiegende Mehrheit unserer Kunden deklariert ihre Auslandskonten korrekt.
Die Gründe sind andere:
Fazit
Ein Auslandskonto ist legal. Es ist meldepflichtig. Wer es korrekt deklariert, hat kein Problem. Wer es nicht deklariert, hat eines — und zwar unabhängig davon, ob das Konto in einem CRS- oder Nicht-CRS-Land liegt.
Fragen zur konkreten Meldepflicht in deinem Fall beantwortet dein Steuerberater. Fragen dazu, welches Konto in welcher Jurisdiktion zu deiner Situation passt, beantworten wir.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung dar. Für individuelle steuerliche Fragen wende dich an einen zugelassenen Steuerberater.